Der Myokardinfarkt Myokardinfarkt: Übersicht Der
Myokardinfarkt hat in den Industrieländern trotz des stetigen medizinischen
Fortschritts seinen Schrecken nicht verloren. Es sind nicht nur alljährlich
Millionen von Menschen betroffen, sondern oftmals zeigt diese Erkrankung auch
tödliche Verläufe. Im nachfolgenden Artikel über den Myokardinfarkt möchten wir Ihnen einen ersten Einblick in dieses Krankheitsbild bieten. Unser Anliegen ist es dabei deutlich zu machen, dass es sich um ein komplexes Krankheitsgeschehen handelt, dem wir in seiner Entstehung aber durchaus vorbeugend begegnen können.
1.
Der Myokardinfarkt
1.
1. Was ist ein Myokardinfarkt?
Man
versteht darunter den Verschluss einer der Arterien, die für die Versorgung des
Herzmuskels zuständig sind. Der Herzmuskel (Myocard) ist in diesem Bereich von
der Blutversorgung abgeschnitten, er erhält keinen lebenswichtigen Sauerstoff
mehr (ist im Blut gelöst) und stirbt ab. Der Myokardinfarkt ist eingetreten.
Das abgestorbene Herzmuskelgewebe wird abgebaut und wie bei einer Wunde im
Rahmen des Heilungsprozesses durch funktionsloses Bindegewebe ersetzt.
1.
2. Wie macht sich ein Myokardinfarkt bemerkbar?
Die
Unterbrechung der Blutversorgung der betroffenen Region des Herzmuskels
alarmiert die umliegenden Nervenzellen, die massive Schmerzreize aussenden (Ischämieschmerz).
Der drohende Myokardinfarkt kündigt sich also typischerweise durch Schmerzen in
der Brust an, was man auch als Angina
pectoris bezeichnet. Diese Angina pectoris kann auch untypischerweise
als Schmerzen im linken Arm, dem Unterkiefer oder dem Oberbauch auftreten. Ein
Myokardinfarkt muss in diesem Augenblick noch nicht eingetreten sein. Es zählt
aber der Verdacht auf einen Myokardinfarkt um
schnelle Hilfe zu holen (Tel. 112). Auch in abgeschwächter Form können
diese Angina pectoris Beschwerden schon sehr früh auf eine
Herzkranzgefäßerkrankung
hindeuten, die in ihrer weiteren Entwicklung in einen Myokardinfarkt münden
kann. Treten also die beschriebenen Schmerzen bei körperlicher Belastung, bei
Aufregung oder gar auch in Ruhe auf, sind sie unbedingt ernst zu nehmen und ärztlicherseits
auf ihre Bedeutsamkeit hin abzuklären.
2.
Was ist eine koronare Herzerkrankung?
Man
nennt diese Erkrankung der Herzkranzgefäße, die in einen Myokardinfarkt
(Herzinfarkt) münden kann, Koronare Herzerkrankung (KHK). Grundsätzlich
umspannen Arterien das Herz und ziehen in ihren Ausläufern tief in jede Region
des Herzmuskels hinein. Sie werden dabei mit jeder Aufzweigung immer zarter.
Kommt nicht mehr genug Blut hindurch, tritt zunächst ein zunehmender Schmerz
auf, ist der Verschluss vollständig, kommt es zum beschriebenen Myokardinfarkt.
Die Dicke der vom Verschluss betroffenen Arterie bestimmt dann die Größe eines
eintretenden Myokardinfarkt' s mit nachfolgender Beeinträchtigung der
Pumpleistung des Herzens.
2.
1. Wie entsteht eine Koronare Herzerkrankung (KHK)?
Die
allmähliche, sich über Jahrzehnte entwickelnde Verengung der Herzkranzgefäße
bis hin zu einer vollständigen Verlegung, beruht auf einer einsetzenden
Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose).
Sie
betrifft alle Organe des Körpers (Systemerkrankung) und wird in ihrer
Manifestation am Herzen, wie dargelegt, KHK genannt.
2.
2. Ursachen der Arteriosklerose
Entscheidend
ist der Grad einer erblichen Belastung, der diese Form des Alterns der Arterien
unterschiedlich schnell vorantreibt. Wir alle entwickeln also im Verlauf unseres
Lebens eine zunehmende Verkalkung unserer Arterien.
Der
Prozess kann wesentlich beschleunigt werden, wenn andere so genannte Risikofaktoren
hinzukommen. Für die Entstehung einer Koronaren Herzerkrankung sind diese
Risikofaktoren allgemein anerkannt. Sie lauten Diabetes mellitus, arterielle
Hypertonie (Bluthochdruck), Nikotinkonsum, Fettstoffwechselstörung (Hyperlipidämie),
Übergewicht (Adipositas) und Bewegungsarmut. Man nennt die Häufung dieser
Erkrankungen auch metabolisches Syndrom oder Wohlstandskrankheit. Auf die
Bedeutsamkeit dieses Krankheitskomplexes wird in einem gesonderten Artikel ausführlicher
eingegangen werden.
3.
Therapeutische Möglichkeiten bei KHK oder Myokardinfarkt
3.
1. Behandlung bei KHK oder Myokardinfarkt im Akutstadium
Der
Myokardinfarkt steht also am Ende einer krankhaften Entwicklung. Ist ein Myokardinfarkt
bereits eingetreten, gibt es verschiedene Gesichtspunkte der Therapie:
Ein
bereits eingetretener Myokardinfarkt kann im Idealfall so nahezu ungeschehen
gemacht werden, wenn es gelingt den Arterienverschluss zu öffnen, bevor das
betroffene Areal des Herzmuskels unwiederbringlich abgestorben ist.
Meist
sind noch andere Arterien des Herzens verengt, so dass auch hier ein Myokardinfarkt
drohen könnte. Zur Vorbeugung ist in den Fällen, wo eine kathetergestützte
Therapie nicht möglich ist, ein operatives Vorgehen erforderlich.
Eine
Bypass-OP stellt dann oftmals die entscheidende Maßnahme dar.
Dies
erfolgt, wenn der Myokardinfarkt schon etwas zurück liegt, die Akutphase also
überwunden ist.
3.
2. Bypass-Operation
Dabei
wird dem betroffenen Patienten ein Stück Vene aus dem Unterschenkel entnommen
und damit eine Stenose der betroffenen Koronararterie überbrückt. Meist muß
dieser Eingriff noch in einer aufwendigen Operation am offenen Brustkorb
vorgenommen werden.
Die
Entwicklung geht jedoch auch hier, ähnlich wie bei der Entfernung einer
Gallenblase schon Routine, zu so genannten minimal invasiven Verfahren hin.
Dabei erfolgt die Bypassanlage (Überbrückung der Verengung der Koronararterie)
durch ein relativ kleines Loch im Brustkorb. Die Herzarbeit muss nicht mehr wie
bisher von einer Maschine übernommen werden, sondern kann ungehindert weiter
gehen. Bisher ist dieses Verfahren jedoch noch nicht überwiegend möglich.
3.
3. Anschluss-Heilbehandlung (AHB) bei
Myokardinfarkt
An
die Akutbehandlung eines Myokardinfarkt
es schließt sich die
Anschluss-Heilbehandlung (AHB) an, die in verschiedenen Phasen verläuft und in
spezialisierten Reha-Kliniken durchgeführt wird. Ziel dieser AHB-Maßnahmen ist
die Überwindung der akuten Erkrankung (Schwäche nach großer Operation oder
Bettlägerigkeit, Schwächung der Herzleistung) und in einem weiteren Schritt
die sog. Sekundärprophylaxe. Gemeint ist damit eine Milderung der oben erwähnten
Risikofaktoren, die die Entwicklung einer Arteriosklerose und damit ja ein mögliches
Fortschreiten einer KHK begünstigen.
4.
Stationäre Rehabilitation
Auch
nach Überwindung der Akutphase ist die Grundkrankheit KHK nicht für immer
verschwunden. Vielmehr bestimmt das ganz persönliche Risikoprofil, was ja die
Entstehung einer Arteriosklerose bedingt hat, auch weiterhin die
Wahrscheinlichkeit, mit der sich an einer anderen Stelle der Herzkranzgefäße
eine Verengung bilden kann, bzw. ein erneuter Myokardinfarkt den betroffenen
Menschen bedroht. Dieser Gesichtspunkt ist von so großer Bedeutung und in
seiner optimalen Umsetzung so aufwendig, dass sich viele Reha-Kliniken gerade
darauf spezialisiert haben. Die Wicker-Klinik verfügt auf diesem Gebiet über
große Kompetenz und eine langjährige
Erfahrung.
Eine
stationäre Reha-Maßnahme kann mit Hilfe Ihres Hausarztes bei den Krankenkassen
oder den zuständigen Rentenversicherungsträgern beantragt werden. Meist sind
die Aufenthalte für drei Wochen konzipiert, mit der Möglichkeit einer einwöchigen
Verlängerung. Sie können aber auch unabhängig von einer Verordnung einer
stationären Heilmaßnahme zu uns kommen. Nicht wenige Menschen haben die
Bedeutung dieser Institution erkannt und in unserem Hause wertvolle Hilfe
gefunden. In diesen Fällen halten wir für Sie ein auf Ihre individuellen Bedürfnisse
zugeschnittenes Programm bereit.
Es
wird in dieser Zeit darum gehen, Ihr persönliches Risikoprofil zu erarbeiten
und nach Wegen zu suchen, wie es langfristig gemildert werden kann. Dabei zeigt
sich meist bald, dass einzelne Krankheiten wie Bluthochdruck, Übergewicht,
Rauchen oder Diabetes mellitus sehr viel miteinander zu tun haben. Natürlich
setzen auch wir moderne hochwirksame Medikamente ein. Es hat sich aber gezeigt,
dass eine nachhaltige Behandlung dieser Erkrankungen nicht ohne eine umfassende
Berücksichtigung der ganz persönlichen Situation auskommt. Ursache der
geschilderten Erkrankungen ist oftmals die individuelle Lebens- und
Verhaltensweise (Veränderung der Lebensweise -s. auch Ornish-Studie). Übergewicht
ist eine Frage des zuviel, oder auch der falschen Zusammensetzung der Nahrung.
Unser Essverhalten und unsere Motive, wann und warum! wir essen sind oftmals
entscheidend.
Stress,
Zeitmangel, Sorgen und Bewegungsarmut verhindern einen sorgsamen Umgang mit
unserer Gesundheit. Oft schaffen wir es mal gerade noch, die verordneten
Medikamente einzunehmen.
4.1
Wie kann Rehabilitation Ihnen bei
Myokardinfarkt
Es
begegnet Ihnen ein therapeutisches Team, bestehend aus Vertretern
unterschiedlicher Fachabteilungen, jeder mit einem hohen Ausbildungsstand
und hoch motiviert. Sie werden einen gewissen Geist des Hauses bemerken der
geprägt ist durch ein gemeinsames Ziel, Ihre Fortschritte und Ihre
Zufriedenheit mit dem Erreichten. Wir bieten Ihnen einerseits einen guten
Hotelservice, sind aber auch Klinik, in der wir Sie fördern und auch
fordern. Die mit Ihnen vereinbarten Reha-Ziele sind auf Ihre Bedürfnisse
zugeschnitten. Diese müssen realistisch sein, denn wir wollen mit Ihnen
zusammen Erfolg haben. Es wird deutlich werden, wo der veränderbare Anteil Ihrer Erkrankung liegt, und wo Sie lernen werden, diese zu ertragen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Sie Hoffnung haben dürfen, dass viel mehr möglich ist als Sie vielleicht gedacht haben. Anleitung zur Selbsthilfe, zum bewussten und kompetenten Umgang mit Ihren Leiden soll Ihnen zu mehr Gesundheit verhelfen. Die gesunden, vitalen Kräfte in Ihnen werden wir mit Ihnen zusammen beleben. Sie werden spüren, wie dies Müdigkeit und Lebensüberdruss vertreibt, chronische Schmerzen mildern kann und Ihnen die Kraft gibt neue Wege zu gehen.
4.
2. Wie schaffen Sie das?
Informationen
und eine praktische Anleitung helfen Ihnen, Ihre bisherige Lebensweise kritisch
zu überprüfen.
Sie
schaffen es, dass Gewicht zu reduzieren, sich angemessen zu bewegen, trotz
vorhandener Wirbelsäulenbeschwerden, den Diabetes zu mildern, das Rauchen
einzustellen und den Blutdruck anhaltend zu senken. Wenn Sie schon glaubten,
unter dem Stress Ihres Alltags zusammenbrechen zu müssen, so werden Sie hier
wieder zu Ihrer inneren Kraft und Entspannung zurückfinden. Dafür werden Sie
jedoch auch an sich arbeiten müssen.
Vertraute,
teilweise auch ungeliebte Gewohnheiten gehören auf den Prüfstand, Sie kommen
zu neuen Einsichten, es reift der Entschluss zu Veränderungen und Sie setzen
ihn in die Tat um.
Rehabilitation
betrifft den ganzen Menschen. Physikalische Maßnahmen werden ergänzt durch
Krankengymnastik, Sport, Ernährungsberatung, gesundheitsbildende Maßnahmen und
der Vermittlung eines aktiven Entspannungsverfahrens. Ferner stehen
Spezialangebote zur Verfügung, die spezielle Zielgruppen ansprechen. Stressbewältigung,
Schmerztherapie, psychologische Betreuung oder auch eine Sozialberatung können
sinnvoll sein.
Ihre
Einsicht in die Notwendigkeit von Verhaltensänderungen werden wir aufgreifen,
Sie werden den Entschluss fassen etwas zu verändern, mit unserer Unterstützung
werden Sie erfolgreich sein.
Oder
Sie stellen fest, dass alles gut so ist, wie es ist. Dann freuen wir uns mit
Ihnen über einen für Sie erholsamen und entspannenden Aufenthalt. Mit frischen
Kräften kehren Sie in Ihr heimisches Umfeld zurück. Auch so erfüllt sich an
Ihnen der Leitgedanke der Rehabilitation, Leiden
zu mildern und Gesundheit zu fördern.
Gern
helfen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch weiter, fordern Sie gezielte
Informationen an, oder stellen Sie doch gleich einen Antrag auf eine stationäre
Rehabilitation in der Wicker-Klinik, Bad Wildungen.
Mit den besten Wünschen für Ihre
Gesundheit!
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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